Stadtwerke-Mitarbeiter hat es
schwarz auf weiß:

Orkan verwüstete 1894 den Tiergarten

Einen aufregenden Fund hat Tino Griebsch, Mitarbeiter bei den Stadtwerken Neustrelitz, gemacht. Beim Ausbau seines ehemaligen Landarbeiterhauses in Warbende entdeckte er auf dem Boden zwischen zwei Balken zusammengeknülltes altes Papier. Dabei handelte es sich um die Neustrelitzer Zeitung vom 14. Februar, das „Organ für die amtlichen Bekanntmachungen sämmtlicher Behörden des Großherzogthumes“. Im Blatt ist zu lesen, dass ein Orkan am 12. Februar 1894 über Mecklenburg-Strelitz gewütet und unter anderem große Teile des Neustrelitzer Tiergartens verwüstet hat. Dem Bericht zufolge hatte der Sturm im Tiergarten mehrere hundert Bäume gefällt und damit die ärgsten Spuren in der Stadt hinterlassen.

Auch bei vielen anderen Bäumen im Tiergarten sei es fraglich, ob sie erhalten werden könnten, da das Erdreich um sie herum große Risse zeige und die Wurzeln freigelegt seien. Eine größere Anzahl Arbeiter sei laut Neustrelitzer Zeitung zu Aufräumarbeiten eingesetzt. Auch Schlosskoppel und Schlossgarten seien massiv geschädigt. In der Stadt selbst seien Glaser, Dachdecker und sonstige Bauhandwerker „eifrig beschäftigt“, die Orkanschäden zu reparieren.

Aus allen Gegenden treffen noch Nachrichten über die Verwüstungen ein, die der Orkan verursacht hat“, so der Berichterstatter. „Ueberall ist dieselbe Klage von zerstörten Gebäuden, entwurzelten und abgebrochenen Bäumen zu hören. Leider ist auch manches Menschenleben dem entfesselten Elemente zum Opfer gefallen.“